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Aktuelles

Der Fuchsbandwurm und die Infektionsgefahr bei der Jagdhundausbildung


Bei der Ausbildung von Jagdhunden muss immer noch mit toten Füchsen gearbeitet werden, obwohl bekannt sein sollte, welchen Gefahren man sich als Hundeführer dabei aussetzt. Denn der Fuchsbandwurm lässt sich nicht mit einem gezielten Schuss außer Gefecht setzen und hat sich im vergangen Zeitraum sogar ausgebreitet. In manchen Gebieten in Deutschland ist jeder zweite Fuchs mit
diesem Parasiten infiziert.

Deshalb ist es wichtig über diese unsichtbare Gefahr aufzuklären und alternative Ausbildungsmethoden für unsere vierbeinigen Jagdgefährten zu erarbeiten um für den Ernstfall trotzdem gerüstet zu sein.


Bei einem
Fuchsbandwurm-Monitoring durch das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit wurden 3.300 Füchse aus ganz Niedersachsen untersucht. Besonders im Süden des Landes sind die Infektionszahlen gestiegen, aber auch in Brandenburg und Thüringen ist der für den Menschen besonders gefährliche Fuchsbandwurm auf dem Vormarsch.
Eine Studie des Friedrich-Loeffler-Instituts belegt, dass sich der Fuchsbandwurm in Thüringen im vergangenen Jahrzehnt räumlich stark ausgebreitet hat. In einigen westlichen Landesteilen ist inzwischen jeder zweite Fuchs mit dem Parasiten infiziert, der beim Menschen die so genannte Alveoläre Echinokokkose verursacht.

Der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) ist ein 1,5-3 cm großer Parasit, der im Dünndarm von Füchsen, seltener bei Hunden oder Katzen lebt. Als Zwischenwirt fungieren normalerweise Mäuse. Dabei kann der Mensch zum „falschen“ Zwischenwirt werden, z.B. durch den Verzehr von rohen Waldbeeren oder Pilzen, die mit dem Stuhl infizierter Füchse in Berührung gekommen sind oder durch Kontakt mit dem Fell infizierter Tiere. Die Eier sind mikroskopisch klein und können sogar durch Einatmen aufgenommen werden.

Die Echinococcus-Eier sind im feuchten Milieu monatelang lebensfähig und können auch überwintern. Bei Austrocknung sterben sie jedoch rasch ab. Sie lassen sich durch Hitze (mind. 75°C) in wenigen Minuten und durch Tiefgefrieren (mind. -70°C) innerhalb von 4 Tagen abtöten. Die üblichen chemischen Desinfektionsmittel sind unwirksam.

Schutz vor den Bandwurmeiern bieten Einmalhandschuhe und Atemmaske.Die Alveoläre Echinokokkose ist eine der gefährlichsten auf den Menschen übertragbaren parasitären Krankheiten. Im Menschen entwickeln sich in der Leber Finnen. Das sind bis zu 20 cm große Zysten, die tumorähnlich in das Gewebe wuchern und zur Zerstörung führen. Über den Blutkreislauf verbreitet, können Metastasen in anderen Organen wie Lunge, Gehirn oder Knochen entstehen. Von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit können beim Menschen bis zu 15 Jahre vergehen. Unentdeckt endet die so gut wie unheilbare Krankheit meist mit tödlichem Leberversagen. Die Diagnose beruht auf der Feststellung der Zysten mit Hilfe bildgebender Verfahren wie Ultraschall und Computertomographie sowie auf Antikörpernachweisen im Blutserum.


Die
Therapie der Fuchsbandwurminfektion beim Menschen ist sehr schwierig. Aufgrund des infiltrativen Wachstums der Finnen ist eine operative Entfernung nur bei ca. einem Drittel der Patienten möglich. Da es nicht möglich ist mit Sicherheit festzustellen, ob alle Teile des Parasiten entfernt worden sind, muss auch nach einer Radikaloperation anschließend eine Chemotherapie mit den Wirkstoffen Mebendazol oder Albendazol von mindestens 2 Jahren Dauer und eine Überwachung des Patienten bis zu 10 Jahren angeschlossen werden. Jahrelange oder lebenslange Dauertherpie ist in inoperablen Fällen notwendig. Diese Therapie ist aufwendig und teuer. Zusammen mit anderen medizinischen Maßnahmen führt sie jedoch zur Lebensverlängerung und Steigerung der Lebensqualität der Patienten. Die beste Möglichkeit die Krankheit zu bekämpfen, ist ihr vorzubeugen, indem man das Infektionsrisiko möglichst gering hält. Deshalb sollten alle unnötigen Kontakte mit den Überträgern des Fuchsbandwurmes vermieden werden. Das Training von Jagdhunden mit Füchsen ist ein unnötiges Risiko und kann vermieden werden.


Bei der
Verbandsgebrauchsprüfung werden die Fuchsschleppe und das Bringen von Fuchs geprüft. Das bedeutet, dass mindestens 5 bis 6 Füchse für Suche und Apport im Training benötigt werden. Mindestens einer davon ist laut Statistik mit dem Fuchsbandwurm infiziert. Der Hundeführer kann somit sehr leicht beim hantieren mit dem Fuchs die aus dem Fell freiwerdenden Eier einatmen und sich infizieren.


Da die Krankheit oft erst nach 15 Jahren ausbricht, wird die Problematik von vielen Hundeführern nicht erkannt oder verdrängt. Wäre es nicht sinnvoll, in Anbetracht der Kenntnisse um diese tumorartige Erkrankung, die Verbandsgebrauchsprüfung im Prüfungsfach Fuchs zu überdenken und gegebenenfalls zu entschärfen. Alternativ kann die Ausbildung mit entsprechend präparierten Fuchsbälgen oder Dummies
durchgeführt werden. In der Jagdpraxis werden wir Jäger ohnehin häufig mit dem Fuchs konfrontiert, den
wir aufs Schärfste bejagen sollten um das Ausbreiten des Fuchsbandwurmes, aber auch der Tollwut einzudämmen.

Hubertus Ahaus

 

Hundeausbildung zahlt sich ausIch möchte an meinem eigenen Beispiel verdeutlichen, wie wertvoll es sein kann,
wenn man seinen Jagdhund immer in Ausbildung hält.Ich führe einen Weimaraner (KH) im Alter von 3 Jahren mit dem Namen „ Leo vom Mayener-Hinterwald“ (s. Bild). Wenn man das Rasseportrait eines Weimaraners kennt, weis man, dass ein dieser durch seine Züchtung einen hohen Beschützerinstinkt hat. Selbiges habe ich als Vorteil erfahren. In den jagdfreien Zeiten unternehme ich mit meinem Hund regelmäßige
Spaziergänge, die mich hin- und wieder auf einen Sportplatz führen. Dort schaute ich mir ein Fußballspiel an, welches auf hohem kämpferischem Niveau geführt wurde. Da ich dort auch langjähriges Mitglied bin, wurde ich gefragt, ob ich als Platzordner fungieren könne. Da mir zu diesem Zeitpunkt die Tragweite und der Ausgang des Spieles unbekannt waren, nahm ich dieses Amt an. Ich stand wie immer auf meinem Platz und hatte meinen Hund neben mir abgelegt. Das Spiel spitzte sich zu und die Aggressivität des Gastvereines wurde zunehmend stärker, so dass es nach dem Spiel zu Ausschreitungen zwischen Gästespieler und Schiedsrichter kam. Als dann auch noch die Zuschauer auf den Platz stürmten und auf Spieler und Schiedsrichter eingeprügelt wurde stellte ich mich mit meinem Hund zwischen die Kontrahenten. Mein Hund signalisierte durch bellen, dass er dieses Verhalten als ungebührlich empfand, wobei ich ihn verbal unterstützte um die
Menge zu Vernunft zu bringen.


Ein junger Heißsporn des Gastvereines verkannte die Situation und trat nach mir. Gewandt konnte ich mich mit einem Schritt rückwärts diesem Tritt entziehen. Mein Hund jedoch blieb in der Ausgangsposition und wehrte den Angriff mit einer Maulbewegung in Richtung des Angreifers ab.
Mein Vorteil war, die ganze Eskalation wurde sofort beendet, wobei Spieler und Schiedsrichter aus der Gefahrenzone entkamen.
Nachteil dadurch, dass ich jetzt ein Strafverfahren wegen Körperverletzung am Hals
habe.Das
Ordnungsamt hat einen Verbindungsmann des VDH mit diesem Vorfall betraut, woraus dieser ein Wesensverhalten meines Hundes in Bezug auf die Kampfhundeverordnung ableiten sollte.Nach der etwas lax geschriebenen Einleitung komme ich wieder auf den Eingang des Schreibens zurück.Mein Glück war, dass ich mit meinem Hund an VJP, JEP, HZP, VGP und ZP mit
Wesenstest teilgenommen habe und er diese bestanden hat. Bei unseren Jagdhundeprüfungen wird auch ein hohes Maß an Gehorsam
abverlangt, welches sich Vorteilhaft auf die Stellungnahme des Beauftragten Hunde
VO auswirkte.Die hohen Anforderungen des Wesenstest Hunde VO entsprechen nicht immer den
Anforderungen und Ansprüchen an unsere Jagdhunde (Schärfe, Verhalten am Wild, Aggressivität und Schutztrieb ).
Das Ordnungsamt hat das Verfahren gegen meinen Hund in Bezug auf Wesenstest, Maul- und Leinenzwang eingestellt.
Ich muss mich leider noch mit einer Anzeige wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten.


Jedem
Hundeführer kann ich nur nahe legen, mit seinem Hund die Ausbildungsmöglichkeiten seiner Landesgruppe in Anspruch zu nehmen um das Optimum an Leistungsvermögen seines Hundes heraus zuholen.Hiermit auch meinen Dank an die Landesgruppe Hessen, insbesondere an die Herren Egon Gaßmann, Bernhard Keil, Dieter Sinner und Lorenz Keil, die mir immer mit Rat und Tat zur Seite standen.


Matthias Schneider

 

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